Richtig leistungsfähig werden - Teil 4: Der Sport

Sportlicher Reiz macht nur bei entsprechender Regeneration Sinn

“Hast du nicht gewusst, dass ein Auto auch eine Bremse hat?” Diese Frage stelle ich Leuten gerne, wenn darauf hinweisen will, dass man einen sportlichen Reiz nie setzen soll, wenn man sich danach nicht die nötige Ruhe gönnt.

 

Vermutlich weißt du ja selber, dass der Muskel nicht während des Krafttrainings wächst, sondern danach. Vielleicht hast du schon von Proteinshakes gehört, welche der Muskulatur helfen, etwas schneller zu wachsen bzw. besser zu regenerieren. Genau dieses Prinzip gilt es generell zu beachten, wenn es um die Frage geht, in welchem Umfang du Sport machen sollst.

 

Wenn du einfach nur Gas gibst, aber nicht für ausreichend Erholung sorgst, wird dein Tank irgendwann leer sein. Oder noch schlimmer, der Motor geht kaputt. Es spricht nichts dagegen, Vollgas zu geben. Aber es kommt auf das gesunde Maß an. Vielleicht glaubst du, dass diese Gesetzmäßigkeiten für alle gelten außer für dich. Schließlich konntest du ja als junger Mensch auf Bäume klettern, an Wettkämpfen teilnehmen und sogar einen Kopfsprung vom 10m Turm vollbringen.

 

Mit zunehmendem Alter hast du dann aber doch gemerkt, dass es nicht mehr ganz so geschmiert läuft wie früher. Nun, mit jedem Atemzug werden wir nun mal älter, ob wir das akzeptieren wollen oder nicht. Das heißt nicht, dass wir im Alter nicht Sport machen sollen, überhaupt nicht. Doch der Körper braucht einfach mehr Regenerationszeit. Und genau dieses einfache Prinzip ist der entscheidende Schlüssel. Setze dich in den nächsten Tagen doch etwas intensiver mit der Frage auseinander, ab wann du gemerkt hast, dass du viel mehr Erholungsphasen nach Sport brauchst, wie zu der Zeit, als du noch ganz jung warst.

 

Wenn du genau diese Erkenntnis gemacht hast, dann wird es dir in Zukunft viel leichter fallen, Vollgas geben zu können -  denn wo ein Gaspedal ist, dort ist auch eine Bremse.

Muskuläre Belastung “neutralisiert” Stresshormone und ermöglicht Entspannung im Schlaf

Wenn wir von Muskelaufbau sprechen, denken wir häufig an Fitnesszentren und Bodybuilder. Ich bin mir sicher, dass Extrem-Bodybuilder sehr fit sind, wenn sie sich nicht gerade eine Packung Steroide reinziehen.

 

Für uns Normalsterbliche geht es aber um etwas ganz anderes. Jegliche Form von muskulärer Aktivierung oder Betätigung tut uns gut. Deswegen sind täglich 50 Stufen steigen immer noch besser, als dreimal den Lift nehmen. Und wenn du jeden Tag für kleine muskuläre Betätigungen sorgst, kommt am Ende des Tages auch ein bisschen etwas zusammen.

 

Frag einmal einen Affen warum er sich bewegen soll. Ich bin mir nicht sicher, ob er die Antwort kennt. Tatsächlich wissen wir Menschen manchmal nicht mehr, warum man sich eigentlich bewegen sollte. Dass Bewegung gesund ist, haben wir schon im Kindergarten gelernt. Aber haben wir es auch erfahren und vor allem am eigenen Leib gespürt?

 

Denn erst wenn wir am eigenen Leib erfahren, wie gut Bewegung tut, werden wir es auch verstehen. Beispielsweise Stresshormone zu neutralisieren ist für uns etwas sehr Abstraktes. Und dennoch:  versuche mal ein kleines Experiment. Mach nach einem stressigen Tag intensives körperliches Training und dann eine eiskalte Dusche. Spüre danach in jede Körperzelle und du wirst erfahren und fühlen, was es bedeutet, Stress zu neutralisieren.

Richtige Trainingssteuerung, Zielsetzung und verbindliche Planung

Kennst du den Unterschied zwischen erfolgreichen und nicht erfolgreichen Menschen? Die einen haben einen Plan, die anderen nicht.

 

Wenn du ein Haus bauen willst, brauchst du einen Plan. Wenn du die Fahrprüfung bestehen willst, brauchst du ebenfalls einen Plan und entsprechendes Training.

 

Über 90% der Neujahrsvorsätze werden nicht umgesetzt. Denn ein Vorsatz ohne verbindliche Planung und festem Willen bringt nur Enttäuschung mit sich.

 

Doch es geht beim Sport nicht nur um Planung, sondern auch um die richtige Zielsetzung. Was möchtest du eigentlich erreichen, wenn du mit 53 Jahren einen Marathon läufst und dies auf Facebook posten musst? Würde es nicht einfach schon reichen, mit 66 Jahren einen Halbmarathon zu laufen und das komplette Rennen genießen zu können?

 

Es gibt auf dieser Welt wohl mehr faule Ausreden warum man nicht Sport macht, als klar definierte Ziele. In der Gebrauchsanleitung von uns Menschen steht ganz klar, dass wir uns regelmäßig bewegen müssen. Hinterfrage also, warum du wenig bis gar keinen Sport machst oder es vielleicht regelmäßig übertreibst.

 

Letzten Endes geht es immer um die gleiche Frage:  

 

Was bringt es mir?

Auf den Punkt gebracht:

  • Sport ist Mord - erstens reimt sich dies nicht und zweitens totaler Schwachsinn. Sogar Koma-Patienten müssen bewegt werden.
  • Ohne Gaspedal keine Bremse und umgekehrt. Auch im Sport gehört die Regeneration dazu.
  • Der innere Schweinehund existiert so nicht - es sind vielmehr klare und sinnvolle Ziele, die i.d.R. fehlen.

Der nächsten Blogeintrag folgt logisch auf den Sport. Schließlich solltest du jetzt, wo du vermehrt Sport machst, wissen was in der Regenerationsphase nach dem Sport geschieht: du bekommst Hunger.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0