Richtig leistungsfähig werden - Teil 3: Powerbreak

Arbeitsblöcke á 50-90 Minuten

Zeit ist Geld. Und wenn Zeit Geld ist, dann ist eine Pause verschwendete Zeit und somit verlorenes Geld.

 

In etwa so denken einige Menschen und haben vielleicht gar nicht unrecht. Der Preis den sie allerdings dafür zahlen, kann letzten Endes viel höher sein, als das Geld, das sie durch nicht machen von Pausen verdienen.

 

Geh doch mal zurück bis in deine Kindertage. Kannst du dich daran erinnern, wann du aufgehört hast, regelmäßig Pausen zu machen? Als du zwei oder drei Jahre alt warst, hast du stundenlang gespielt. Als du dann bemerkt hast, dass der Akku langsam leer wird, hast du dich intuitiv auf den Boden gelegt und einfach mal nichts gemacht. Spätestens mit dem Beginn der Schulzeit war es dann aber nicht mehr möglich. Doch warum eigentlich?

 

Es ist ja nicht so, dass du in der Schule oder der Arbeitswelt nicht Pausen machen dürftest. Damit meine ich nicht einmal die 60 oder 90 minütige, gesetzlich vorgeschriebene Einhaltung der Pausen. Vielleicht hast du Glück und darfst am Morgen und am Nachmittag jeweils noch 15 Minuten Pause machen. Nein, es geht hier um kleine Pausen die du machen kannst, ohne dass es jemand bemerkt.

 

Weißt du was ein Tennisspieler in der Pause während dem Seitenwechsel eigentlich macht? Nun, einfach nur dasitzen sicher nicht. Die Spieler analysieren das Spiel und fokussieren sich auf etwas. Und um das geht es hier auch: um das Fokussieren; auf eine gute, schöne, entspannende und wohltuende Sache. Dazu musst du den Chef nicht fragen: Darf ich mal eine Minute an meinen letzten Urlaub denken?

 

Wir sind es uns einfach nicht mehr gewohnt, unseren Fokus zwischendurch auf etwas anderes als die Arbeit zu richten. Mithilfe unserer HRV-Messungen, welche wir auch zur Leistungsbestimmung am Arbeitsplatz durchführen, stellen wir immer wieder fest, dass vor allem diese Powerbreak, also Mikropausen, in welchen man den Fokus auf etwas Positives richtet, höchst effektiv sind.

 

Versuch doch jetzt gerade, ein  Powerbreak zu machen. Richte deinen Fokus auf etwas, das nicht mit der Arbeit zu tun hat. Ready, steady, go!

Effektive Pausen bedeuten:Fokus weg von der Anspannung hin zur Entspannung

Im konkreten Arbeitsalltag geht das Pause machen häufig unter. Lass uns doch mal anschauen, was du für Möglichkeiten hast, um trotz der ständigen Ablenkung um dich herum, zur Ruhe zu kommen.

 

Da wären wir zunächst einmal bei Menschen. Es gibt Menschen, die dir gut tun und Menschen die dir schaden. Respektieren solltest du alle Menschen, aber vor allem mit denjenigen Menschen viel unternehmen, die dir tatsächlich auch gut tun. Versuche bei der Auswahl der Gesprächsthemen das ganze etwas zu steuern. Je mehr Themen ihr habt, über die ihr miteinander lacht oder durch welche ihr einander wirklich helfen könnt, desto besser wird es dir gehen. Das heißt nicht, dass du zwischendurch auch einmal Dampf ablassen sollst. Du verstehst aber worum es geht.

 

Schauen wir uns ganz kurz auch noch die körperliche Ebene an. Ein großes Problem ist das lange Sitzen tagsüber. Oder anders ausgedrückt: sich den ganzen Tag lang nicht bewegen. Ob wir wollen oder nicht, der Mensch ist nicht dazu geschaffen 8 oder 12 Stunden täglich zu sitzen und sich nicht zu bewegen. Da muss man sich nicht wundern, wenn Menschen krank und unglücklich werden.

 

Doch was kannst du machen, wenn du den ganzen Tag lang im Büro arbeitest? Schau, dass du heimlich zur Bewegung kommst. Dies bedeutet, vor allem deine Schulter- und Nackenpartien mehrmals täglich zu lockern. Ebenso sollst du dafür sorgen, dass du mehrmals täglich innerhalb des Büros wenigstens ein paar Schritte machen kannst. In unseren Kursen zeigen wir dir dann noch genauere Möglichkeiten auf, wie du diesen Teufelskreis durchbrechen kannst.

 

Für den Moment reicht es aber, wenn du verstanden hast, dass egal was du machst, du deinen Fokus stets auf etwas richten sollst - nämlich auf etwas Positives. Und dann machen Pausen tatsächlich auch Sinn.

Ein Powernap kann den Nachmittags-Akku wieder aufladen

Die Königsdisziplin unter den Pausen-Möglichkeiten ist zweifelsohne das Powernap. Dabei geht es nicht ums Schlafen, sondern um das bewusste loslassen während einer definierten Zeit.

 

Hast du gewusst, dass beispielsweise Grossbanken häufig einen sogenannten Ruheraum haben, in welchen sich Mitarbeitende über die Mittagspause richtig zurückziehen können? Das erwähne ich nur, weil es sein kann, dass du einen inneren Widerstand spürst und sagst: ein Powernap ist toll, aber bei mir im Büro unmöglich. Wenn dem so ist, musst du dich fragen, in welcher Arbeitskultur du arbeitest. Wenn wir das also etwas kritisch weiterziehen, bedeutet das, dass deine Vorgesetzten kein Interesse daran haben, dass es dir auch wirklich gut geht und du vor allem in der zweiten Tageshälfte weiterhin gesund und leistungsfähig bleiben kannst. Aber das ist ein gesellschaftliches Problem.

 

Solltest du also die Möglichkeit haben, dich während des Tages komplett zurückziehen zu können, empfehle ich dir ein 10 bis 15 minütiges Powernap. Denn mit vollem Tank fährt es sich wesentlich besser, wie mit Leerem.

 

Als Faustregel gilt: wenn du ein Powernap sitzend mit einem Schlüssel in der Hand machst, ist der richtige Zeitpunkt dieses zu beenden dann, wenn dir der Schlüssel aus der Hand fällt. Dies wäre der Zeitpunkt, in welchem du in eine Tiefschlafphase fallen würdest, was unbedingt zu vermeiden ist. Die deutsche Übersetzung für ein Powernap ist übrigens dösen.

Auf den Punkt gebracht:

  • Wir und unsere harten Fakten (HRV-Messungen) betrachten Pausen als effektive Investition in die tägliche Leistungsfähigkeit.
  • Trotz äußerer Einschränkungen können wir heimlich kleine Pausen machen, die niemand bemerkt.
  • Eine richtige Mittagspause, im Idealfall mit einem Powernap, macht nur schon deswegen Sinn, weil unsere natürliche Produktivität über die Mittagszeit sehr tief ist.

Wir haben uns nun mit 3 Elementen aus dem Stressmanagement befasst, die für Ruhe sorgen: Atmung, Schlaf und Pausen. Im nächsten Blog geht es um eine ideale Form der Aktivierung unserer körperlichen und geistigen Kräfte: der Sport.

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