Richtig leistungsfähig werden - Teil 6: Die Routinen

Glücksgefühle durch “geplanten Erfolg”

Schokolade macht glücklich. Wer kennt diesen Satz nicht? Und tatsächlich, es steckt ein Stück Wahrheit hinter dieser Weisheit. Doch häufig wird vergessen, dass Schokolade auch Karies verursacht.

 

Um was geht es also wirklich? Unser Gehirn lechzt danach, glücklich zu sein bzw. Glückshormone  produzieren zu dürfen.  Unser Gehirn selber hat aber keine moralische Instanz und somit ist es ihm egal, ob ich auf Schokolade zurückgreife oder eine Flasche Whiskey leere. Hier liegt der entscheidende Punkt.

 

Es liegt in unserer Verantwortung,  Dinge, auf welche wir vor allem in stressigen Zeiten zurückgreifen, kritisch zu hinterfragen. Dass uns eine Zigarette entspannt ist wahr. Die Frage ist aber immer, wie effektiv und wie nachhaltig.

 

Du kannst ganz einfach ein Liste führen. Eine Liste deiner Gewohnheiten. Mach auf der einen Seite ein Plus- und auf der anderen Seite ein Minuszeichen. Erstelle dazu Kategorien wie Sport, Ernährung, Medienkonsum etc., in welchen du dein Gehirn für einmal ausschalten darfst und trotzdem sinnvoll sind. Schließlich weißt du ja Intuitiv, was dir gut und was dir schadet.

 

Insbesondere in stressigen Zeiten greifen wir auf alle verfügbaren Strategien oder Routinen zurück, welche wir uns antrainiert haben. Dass du rauchst, hat vor allem damit zu tun, dass du über zu wenig Alternativen verfügst, die du dir nicht antrainiert hast.

 

Du bist stressigen Zeiten also nicht einfach ausgeliefert, sondern hast die Verantwortung, entsprechend sinnvolle Routinen in deinen Alltag einzubauen, indem du sie sichtbar  machst und sie entsprechend einübst.

Der Anker in strengen Zeiten

Wie eben beschrieben, geht es darum, Routinen in unseren Alltag einzubauen. Wir verwenden dabei den Begriff der Verankerung. Ein Anker ist etwas, das ein ganzes Schiff zum Stehen bringen kann. Und so soll es auch für deine stressigen Zeiten sein: ohne viel darüber nachdenken zu müssen, also automatisiert, sollen dich Gewohnheiten zur Ruhe bringen.

 

Dies geht natürlich nicht von heute auf morgen. Daher solltest du einige Wochen konsequent an einer Sache dran bleiben. Dazu gibt es heutzutage ausgezeichnete Apps, welche dich jeweils daran erinnern und dabei unterstützen, deine Verhaltensweisen nachhaltig zu verändern.

 

Mach dir dabei nicht zu viel Druck. Konzentriere dich lieber auf ein bis zwei Gewohnheiten oder Bereiche, die du verändern willst. Bleibe bei diesen allerdings hartnäckig dran. Wenn du Veränderung feststellst und somit auf den Geschmack gekommen bist, will vor allem dein Gehirn immer mehr davon - dem sagen wir auch Erfolgserlebnisse. Und wenn aus ein bis zwei erfolgreich gelernten, neuen Routinen, Glücksgefühle entstehen, warum nicht auch gleich zehn oder hundert?

 

In Summe wirst du dadurch nämlich nicht nur lernen, Routinen anzupassen, sondern langfristig auch deine Einstellung zu verschiedenen Aspekten des Lebens verändern.

Fokussieren lernen durch Konditionierung

Weißt du, was “erfolgreiche” Sportler, Mönche, gute Führungskräfte und Kinder gemeinsam haben? Sie können sich gut auf eine Sache fokussieren. Oder sie üben zumindest ganz fest, sich auf eine Sache fokussieren zu können.

 

Erfolg ist immer so eine Sache. Ist ein Mensch nur erfolgreich, weil er gehen kann und ein Mensch im Rollstuhl nicht? Natürlich nicht, und das ist damit auch nicht gemeint. Ein Kind, das in der Schule nicht zuhört, ist genauso wunderbar und wertvoll wie ein Kind, das die besten Noten nach Hause bringt. Nur damit wir das klargestellt haben.

 

Aber hier geht es um die Frage, welche Fähigkeit man braucht, damit man gut lernen und arbeiten kann. Und das ist, nebst einigen anderen Faktoren, vor allem die Fähigkeit, sich fokussieren zu können.

 

Es wird kein Weg daran vorbei führen, dies einzuüben. Aber wie? Die Konditionierung kann dabei große Hilfe leisten. Das heißt also, wenn wir eine neue Verhaltensweise einüben wollen, müssen wir sie an gewisse “Bedingungen” knüpfen.  Wenn wir also gestresst sind, kann eine Konditionierung sein, dass wir bewusst zweimal ein und zweimal ausatmen. Dadurch wird unser Gehirn und unser Nervensystem stimuliert und weiß, dass wir runterfahren dürfen. Dies ist nur ein einfaches Beispiel, um zu verdeutlichen, um was es geht.

 

Leider sind wir uns viel zu oft nicht über die Tragweite unserer Gedanken und Routinen bewusst, denn wenn wir negative Einstellungen haben, haben wir auch negative Routinen und umgekehrt.

 

Nutze also den heutigen Tag, um mindestens einen positiven Gedanken zu formulieren und entsprechend daraus eine sinnvolle Routine in Deinen Alltag einzubauen. Denn Erfolg beginnt immer im Kopf.

Auf den Punkt gebracht:

  • Erfolg definiert jeder Mensch anders. Eine Grundvoraussetzung für Erfolg ist allerdings immer dieselbe: sich auf eine Sache fokussieren können.
  • Vor allem in stressigen Zeiten greifen wir auf eingeübte Routinen wie rauchen, übermäßigen Medienkonsum oder fettiges Essen zurück. Warum nicht sinnvolle Routinen einplanen und einüben?
  • Erfolg beginnt im Kopf: haben wir die richtigen Gedanken, wachsen daraus auch die richtigen Routinen.

Wir betrachten Routinen als Frucht unserer Einstellungen. Die Einstellungen machen uns zu dem Menschen, welcher wir tatsächlich sind. Mit den falschen Einstellungen bringt das beste Stressmanagement Programm nichts. Auf geht’s zum letzten Eintrag dieser Blogreihe: Den Einstellungen.

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